Der Löwenzahn

16. Mai 2021

Ein Kosmopolit auf Wiesen und Wegrändern

Wer  zur Zeit öfter im Freien unterwegs ist, kommt an ihm gar nicht vorbei. Wohin man geht und schaut, überall gibt es ein goldgelbes Blütenmeer auf den Wiesen und Wegrändern. Und zwischen den Blüten stehen auch schon die verlockenden “ Pusteblumen“. Ich glaube es gibt kaum jemanden, der nicht in seiner Kindheit fasziniert den Früchten hinterhergeschaut hat , nachdem er mit Freude möglichst kräftigt gepustete hat. Manch einer hat auch nicht so schöne Erfahrungen mit dem austretenden Milchsaft gemacht. Hin und wieder kann dieser zu Hautreizungen  führen. Es stecken aber auch noch ganz andere gesungheitsfördernde Kräfte in der Pflanze- dem LÖWENZAHN.

Der Löwenzahn - Taraxacum officinale

Wo findet man ihn nicht. Der Löwenzahn ist ein robuster und genügsamer Vertreter der Familie der Korbblütler und fühlt sich überall wohl. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 30 cm hoch und seine  Pfahlwurzeln werden 20 - 50 cm lang. Die grob gezähnten Blätter bilden eine Rosette, aus der mehrere goldgelbe Blüten entspringen. Die Hauptblütezeit ist zwar April bis Juni, man kann aber durchaus auch im Spätsommer bis in den Herbst hinein seine Blüten noch finden. Gerade im April sind die Blüten für die Bienen eine wichtige Nahrungsquelle. Die Früchte besitzen eine strahlenförmige Haarkrone wodurch sie leicht vom Wind verbreitet werden können.

 

Woher hat der Löwenzahn seinen Namen?

Im Volksmund hat der Löwenzahn doch tatsächlich etwa 500 verschiedene Bezeichnungen. Er wird auch Kuhblume genannt, weil ihn die Kühe doch wohl gerne mögen. Der Name Milchbusch läßt sich noch gut erklären, durch den weißen, klebrigen Milchsaft, der beim Pflücken austritt. Dann gibt es noch solche Namen wie Ackerzichorie, Butterblume, Kettenblume, Pfaffendistel, Wiesenlattich oder auch Seicherwurzel. Wobei letzteres sich doch auch erklären läßt. Auch im französischen heißt der Löwenzahn unter anderem „ Racine  et herbe de pissenlit“ - was soviel bedeutet wie „ pinckle ins Bett“. Und dies ist darauf zurückzuführen, dass der Löwenzahn harntreibend wirkt.

Aber warum er Löwenzahn heißt, weiß keiner so genau. Die einen sagen, seine gezackten Blätter würden an Löwenzähne erinnern, die anderen sind der Meinung, dass die gelben Blütenkörbchen wie eine Löwenmähne aussehen. 
 

Was steckt in dem Löwenzahn ?

Arzneilich verwendet wird das vor der Blüte geerntete, getrocknete Kraut und die Wurzel. In vielen romanischen Ländern werden die frisch gesammelten Blätter als Salat gegessen. Einfach ein paar frisch angebratene Speckwürfelchen darüber, einen guten Essig und Öl- wirklich lecker. 
Der Löwenzahn enthält u.a. sogenannte Sesquiterpene - dies sind seine gesunden Bitterstoffe, Schleimstoffe, Fructose ( 18% in d. Wurzel), Inulin und Kalium. Der Kaliumgehalt ist sogar recht hoch: ca. 4,5% im Kraut und 2,5 % in der Wurzel. Für die entwässernde Wirkung scheint fast ausschließlich der hohe Kaliumgehalt verantwortlich zu sein.

Die vorhandenen Bitterstoffe sind verantwortlich für seine Haupteinsatzgebiete. 

  • Völlegefühl
  • Blähungen u. Verdauungsbeschwerden ( insbesondere bei mangelhafter Fettverdauung)
  • Appetitlosigkeit
  • Beschwerden im Bereich Magen/Darm, wie Störungen des Gallenflusses

Bitterstoffe sind für unsere Verdauung sehr wichtig. Dabei ist  wichtig, dass wir das Bittere wirklich auf unserer Zunge schmecken und nicht einfach eine Kapsel mit einem Extrakt o.ä. schlucken. Der bittere Geschmack in unserem Mund regt den Körper an, Verdauungssäfte zu bilden, um damit die Nahrung besser zu verdauen. Leider werden bei uns wohl immer weniger bitter schmeckende Lebensmittel verzehrt. 

Eine Möglichkeit wäre ja mal eine 4-6 wöchige Kur mit Löwenzahntee. Dafür 1-2 Teelöffel voll Löwenzahnkraut mit Wurzel mit 150ml Wasser kurz aufkochen und dann 15 Minuten ziehen lassen. Morgens und abends eine warme Tasse davon trinken.

Ob als Salat oder Tee- der Löwenzahn kann auf jeden Fall einen Beitrag zu unseren Gesundheit leisten. 
 

Übrigens, wußten Sie, dass..:

-im Herbst geerntete Löwenzahnwurzel geröstet werden kann und als Kaffee-Ersatz verwendet wird?

-es im 2.Weltkrieg ein ganz anderes Einsatzgebiet für den Löwenzahn gab?Dort wurde der Löwenzahn als Kautschukersatz verwendet. Wobei auch heute noch weiter an Löwenzahnkautschuk als Alternative zum heute gebräuchlichen Naturkautschuk geforscht wird.

-ab 1992 auf der Rückseite der 500 DM Banknote ein Löwenzahnbild aus einem Buch von Maria Sibylla Merian aus dem Jahre 1679 abgebildet war?